Über/About

Freischaffende Künstlerin zu werden war mir - am 19. Juni 1956 im badischen Villingen - in die Wiege gelegt. Doch bekanntlich sieht das Leben manchmal Umwege vor. Meiner führte zunächst auf einen Jura-Lehrstuhl an der Universität zu Köln. Doch schon als Studentin verbrachte ich fast jede Freizeit in Kunstausstellungen. Mit etwa Vierzig begann ich schließlich selbst mit der Malerei, zunächst abstrakt-informell. Es war dann nichts Geringeres als göttliche Fügung, dass ich im Jahr 2010 den deutsch-chinesischen Künstler Professor Dr. phil. Qi Yang traf. Er hat meinen Werdegang wesentlich geprägt und tut es noch. Besonders zu verdanken habe ich ihm den Zugang zur chinesischen Tuschmalerei, klassisch wie auch frei.

Seit 2013 hat sich mein Schaffen hin zum Figurativen verlagert. Genauer: hin zu den Menschen. Reale Menschen, manchmal auch mir im Traum Erschienene. Ein besonderes Projekt gilt der Erinnerung an die Großfamilie, die meine Kindheit geprägt hat. Darüber hinaus schöpfe ich aus der Beobachtung, insbesondere von jungen Familien, im Alltag. Dann wieder beschäftigen mich Menschen, von denen die Fernseh- oder Zeitungsnachrichten berichten. Die einen sind berühmt genug, um Personen des öffentlichen Lebens zu sein; die anderen sind Namenlose wie du und ich, hier oder dort im Bombenterror ausgelöscht. Und immer wieder - das hat mit meiner Liebe zur Literatur zu tun - arbeite ich an den Köpfen von Autoren, deren Romane mich in nächtlichen Stunden in Bann geschlagen haben. Wie etwa Haruki Murakami, Salman Rushdie und Daniel Kehlmann; und natürlich Gabriel Garcia Marquez. Ein weiteres Projekt beschäftigt mich in Abständen immer wieder: Das ist der "Schreiende Papst", ein Motiv das meiner Verehrung für den großen britischen Künstler Francis Bacon (1909-1992) geschuldet ist.